ADHS

AD(H)S gewann die letzten 20 Jahre an enormer diagnostischer und therapeutischer Relevanz hinzu. 

Gründe dafür gibt es viele. Sicherlich ist einerseits ein steigendes, gesellschaftliches Bewusstsein für die Diagnose AD(H)S entwickelt worden, gerade auch durch die mediale Berichterstattung. 

Weiter wurde gerade die flächendeckende pädiatrische Testlandschaft und die Testkapazitäten in den letzten zwei Jahrzehnten massiv erweitert, ganz im Sinne von - "wer suchet, der findet!"

Oftmals und leider gibt es aber immer noch eine sehr defizitorientierte und pathologische Sichtweise auf AD(H)S ohne dabei mögliche individuellen Stärken zu beachten. 


Nichtsdestotrotz gibt es viele wissenschaftliche Belege dafür, dass mit der Diagnose AD(H)S enorme Entwicklungsauswirkungen drohen, die bis hin zu einer erhöhten Mortalität (Sterblichkeit) führen können.

(https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0140673614616846?via%3Dihub)



Was ist nun AD(H)S?


Eines vorweg - Konzentration bzw. Unaufmerksamkeit gehört zu AD(H)S als ein Teilaspekt der Diagnose.

AD(H)S umfasst noch viele andere Beobachtungspunkte aus dem Alltag und Sozialverhalten die für eine Diagnosestellung unmittelbar beachtet werden müssen.



Generell müssen für die die Stellung einer Diagnose übergreifende Einschränkungen der gesellschaftlichen Teilhabe in verschiedenen Lebensbereichen vorhanden sein. Es müssen also sowohl Probleme zu Hause, als auch in der Schule / Freizeit / etc. auftreten. 



Eine offiziell anerkannte Definition von AD(H)S, nach deren auch Diagnostik - Handbücher wie die ICD 10/11 und DSM V arbeiten, ist die Definition der amerikanischen Vereinigung der Psychologen und Psychiater APA (American Psychiatric Association).



ADHS liegt vor, wenn unaufmerksames und impulsives Verhalten mit oder ohne deutliche Hyperaktivität ausgeprägt ist, nicht dem Alter und Entwicklungsstand entspricht und zu deutlicher Beeinträchtigung in verschiedenen sozialen Bezugssystemen und im Leistungsbereich von Schule und Beruf führt.“ 
(APA, 2019)


Es muss also ein Trias an Symptomen vorliegen aus den Bereichen:


  • Hyperaktivität
  • Impulsivität
  • Unaufmerksamkeit


In der Fortbildung "Konzentrieren leicht gemacht (Refresher Pädiatrie)" sowie in den kurzen Webinaren (4UE) lernen Sie neben den verschiedenen Aspekten von Aufmerksamkeit und Konzentration auch vieles zu AD(H)S kennen. 


  • die üblichen Diagnostik-Instrumente werden vorgestellt
  • eine ressourcenorientierte und empowernde Elternarbeit wird erarbeitet
  • strukturierte und wissenschaftlich evaluierte Therapieangebote werden erörtert und ausprobiert